Neben medizinischen Optionen werden auch alternative Ansätze genutzt, die auf sanfte Unterstützung setzen. Ihre Wirkung ist individuell verschieden und wissenschaftlich teils nicht eindeutig belegt.

Leichte, regelmäßige Bewegung kann von einigen Schwangeren als entlastend empfunden werden. Spaziergänge, sanftes Dehnen oder ruhige Yoga-Einheiten können den Kreislauf anregen und dabei helfen, sich insgesamt stabiler zu fühlen. Entscheidend ist, die Intensität niedrig zu halten und auf Warnsignale des Körpers zu achten.
Speziell entwickelte Yogakurse für Schwangere setzen auf sanfte Bewegungen, bewusste Atmung und Entspannung. Sie sind darauf ausgerichtet, den Körper zu unterstützen, ohne ihn zu überfordern, und können helfen, ein besseres Körpergefühl und mehr Ruhe im Alltag zu entwickeln.
Akupunktur und Akupressur sind Methoden aus der traditionellen chinesischen Medizin. Dabei werden bestimmte Punkte, etwa am Handgelenk, stimuliert, um das körperliche Gleichgewicht zu unterstützen. Bei Akupunktur werden feine Nadeln in bestimmte Punkte des Körpers gesetzt. Bei Akupressur werden dieselben Punkte nur mit sanftem Druck, z. B. mit den Fingern, stimuliert – ganz ohne Nadeln. Akupressur kann man oft selbst anwenden, Akupunktur gehört in die Hände von Fachpersonal. Manche Betroffene berichten über eine Linderung, auch wenn die wissenschaftliche Evidenz begrenzt und nicht eindeutig ist.
Bei Schwangerschaftsübelkeit wird häufig der Punkt P6 am inneren Handgelenk genutzt: Er liegt etwa drei Fingerbreit unterhalb der Handfläche, mittig zwischen zwei Sehnen. Sanfter Druck auf diesen Punkt kann bei manchen Frauen Übelkeit lindern.
Stress und Überforderung können Beschwerden verstärken. Gezielte Ruhephasen, Atemübungen oder kleine Entspannungsrituale im Alltag können helfen, den Körper zu beruhigen. Ein bewusst langsameres Tempo wird von vielen als wohltuend erlebt.
Homöopathie wird manchmal bei Schwangerschaftsübelkeit empfohlen, eine nachweisbare medizinische Wirkung gibt es dafür jedoch nicht. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass homöopathische Mittel nicht über einen Placeboeffekt hinaus wirken. Bei stärkeren oder länger anhaltenden Beschwerden sollte daher nicht auf wirksame medizinische Behandlungsoptionen verzichtet und ärztlicher Rat eingeholt werden.