Aktiv trotz Übelkeit

Auch bei Schwangerschaftsübelkeit kann sanfte Bewegung guttun. Angepasstes Aktivsein unterstützt das Wohlbefinden, ohne zu überfordern oder zusätzlichen Druck aufzubauen.

Sanfte Bewegung im Alltag

Leichte Bewegung kann helfen, den Kreislauf zu stabilisieren, Stress abzubauen und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern. Kurze Spaziergänge, lockeres Dehnen oder ein paar Schritte an der frischen Luft reichen oft schon aus. Entscheidend ist, die Aktivität an die Tagesform anzupassen und Pausen bewusst einzuplanen. Bewegung soll entlasten – nicht zusätzlich anstrengen.

Schon gewusst?

Es ist nicht die Dauer der Bewegung entscheidend, sondern die Anpassung an die eigene Tagesform. Auch kleine Spaziergänge oder leichtes Dehnen gelten bereits als wirksam.

Atemübungen und Spazierengehen

Auch einfache Atemübungen und leichte Bewegung im Alltag können bei Schwangerschaftsübelkeit unterstützend wirken. Ruhiges, bewusstes Atmen – etwa mit verlängerten Ausatemphasen – kann helfen, das vegetative Nervensystem zu beruhigen und Stress zu reduzieren. Kurze Spaziergänge an der frischen Luft fördern die Durchblutung, stabilisieren den Kreislauf und wirken oft ausgleichend auf Körper und Geist. Dabei ist nicht die Dauer entscheidend, sondern die Regelmäßigkeit und das Anpassen an die eigene Tagesform. Schon wenige Minuten können ausreichen, um das Wohlbefinden zu verbessern.

Yoga in der Schwangerschaft

Schwangerschaftsyoga verbindet sanfte Bewegung mit Atemübungen und Entspannung. Langsame, ruhige Abläufe können helfen, Spannungen zu lösen und die Körperwahrnehmung zu stärken. Besonders bei Übelkeit stehen nicht körperliche Leistung, sondern Achtsamkeit und Atemrhythmus im Vordergrund. Wichtig ist, ausschließlich speziell für Schwangere geeignete Übungen durchzuführen – keine starken Rückbeugen, Drehungen oder Umkehrhaltungen. 

Bei Schwindel, starker Übelkeit oder Unwohlsein: Pause einlegen oder abbrechen und auf Warnsignale des Körpers achten.

Diese Übungen tun vielen gut

Aufrechte Sitzhaltung (z. B. Schneidersitz mit erhöhtem Becken): Eine aufrechte, stabile Sitzposition unterstützt eine ruhige Atmung und kann helfen, den Magen zu entlasten. Viele Frauen empfinden diese Haltung als zentrierend und beruhigend.

Katze–Kuh in ruhigem Tempo: Sanfte Bewegungen der Wirbelsäule im Vierfüßlerstand fördern die Durchblutung, lösen Spannungen und können das allgemeine Körpergefühl verbessern. Wichtig ist ein langsamer, fließender Rhythmus.

Seitliche Dehnung im Sitzen: Leichte seitliche Dehnungen öffnen den Brustraum, erleichtern die Atmung und können ein Gefühl von Weite schaffen, ohne den Bauch zu belasten.

Kindhaltung in angepasster Form: Mit weit geöffneten Knien und aufrechtem Oberkörper oder mit Unterstützung durch Kissen kann diese Position als entspannend und sicher wahrgenommen werden.

Atemfokus in Rücken- oder Seitenlage: Ruhiges, bewusstes Atmen – idealerweise mit verlängertem Ausatmen – kann helfen, innere Unruhe zu reduzieren und Übelkeit subjektiv abzumildern.

Eigene Grenzen respektieren

Aktiv zu sein bedeutet nicht, ein festes Programm einzuhalten. An manchen Tagen ist Ruhe die sinnvollste Form von Selbstfürsorge. Das bewusste Wahrnehmen der eigenen Belastbarkeit und das Erlauben von Pausen tragen wesentlich dazu bei, körperlich und psychisch im Gleichgewicht zu bleiben.

Quellen
  • Orla Cunningham, Dr. Vivienne Brady, Women's views and experiences of pregnancy yoga. A qualitative evidence synthesis, Midwifery Volume 127, 2023, 103857 https://doi.org/10.1016/j.midw.2023.103857.
  • Susette A. Moyers, Martin S. Hagger, Physical activity and cortisol regulation: A meta-analysis, Biological Psychology, Volume 179, 2023, 108548, ISSN 0301-0511, https://doi.org/10.1016/j.biopsycho.2023.108548.
  • Buckwalter, J. Galen, and Stephen W. Simpson. "Psychological factors in the etiology and treatment of severe nausea and vomiting in pregnancy." American journal of obstetrics and gynecology 186.5 (2002): S210-S214.