Medizinische Betreuung

Wenn Beschwerden anhalten oder stärker werden, ist medizinische Betreuung ein wichtiger Anker. Sie hilft, Symptome einzuordnen und passende Schritte gemeinsam zu planen.

Medizinische Unterstützung finden

Erste Anlaufstellen sind in der Regel die Gynäkologin oder der Gynäkologe sowie Hebammen. Sie können Beschwerden einschätzen, beraten und bei Bedarf weitere Untersuchungen oder Behandlungsoptionen vorschlagen. Eine frühzeitige Begleitung schafft Sicherheit.

Hilfetelefon „Schwangere in Not“

Das Hilfetelefon „Schwangere in Not“ ist ein bundesweites, kostenloses Beratungsangebot für Schwangere in belastenden Situationen. Es ist anonym, rund um die Uhr erreichbar und bietet vertrauliche Unterstützung sowie Orientierung zu weiteren Hilfsangeboten. Über die Telefonnummer 0800 40 400 20 sowie per Chat und E-Mail können Ratsuchende anonym und in vielen Sprachen mit qualifizierten Beraterinnen sprechen. Die Beratung ist vertraulich, barrierefrei und hilft, Perspektiven zu sortieren und passende Hilfsangebote zu finden.

Behandlung bei starker Übelkeit

Bei starker Übelkeit wird zunächst meist versucht, die Beschwerden ambulant zu behandeln – etwa durch engmaschige Betreuung, angepasste Medikamente und Unterstützung im Alltag. Reicht das nicht aus und kommt es zu starkem Flüssigkeits- oder Nährstoffmangel, können Infusionen notwendig werden. In solchen Fällen ist auch eine stationäre Behandlung im Krankenhaus sinnvoll, um den Körper zu stabilisieren und die Symptome gezielt zu lindern.

Aufenthalt im Krankenhaus

Ein Krankenhausaufenthalt bei sehr starker Übelkeit erfolgt meist dann, wenn es sich um eine sogenannte Hyperemesis gravidarum handelt. Zu Beginn werden Infusionen gegeben, um Flüssigkeit, Elektrolyte und gegebenenfalls Nährstoffe auszugleichen. Zusätzlich kommen individuell angepasste Medikamente zum Einsatz.

Ärzt:innen und Pflegepersonal überwachen den Zustand engmaschig, etwa Kreislauf, Gewicht und Laborwerte. Die Dauer des Aufenthalts ist häufig überschaubar und beträgt meist einige Tage, bis eine Stabilisierung erreicht ist und die weitere Behandlung wieder ambulant erfolgen kann.

Weiterer Verlauf und Betreuung

Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus wird die Behandlung in der Regel ambulant fortgeführt. Die betreuende Gynäkologin oder Hebamme übernimmt die weitere Begleitung und passt die Therapie bei Bedarf an. Oft sind Nachkontrollen vorgesehen, um Gewicht, Flüssigkeitsstatus und den allgemeinen Zustand im Blick zu behalten.

Zur Stabilisierung werden meist weiterhin Medikamente in angepasster Dosierung eingesetzt. Ergänzend spielen Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Ruhe eine wichtige Rolle. Manche Betroffene erhalten vorübergehend auch ambulante Infusionen oder zusätzliche Unterstützung durch Hebammen oder spezialisierte Beratungsangebote.

Ziel der weiteren Behandlung ist es, Rückfälle zu vermeiden, Sicherheit zu geben und den Alltag schrittweise wieder besser bewältigen zu können.

Quellen
  • Jarvis, Sheba, and Catherine Nelson-Piercy. "Management of nausea and vomiting in pregnancy." Bmj 342 (2011).
  • Atanackovic, Gordana, Jacob Wolpin, and Gideon Koren. "Determinants of the need for hospital care among women with nausea and vomiting of pregnancy." Clinical and investigative medicine 24.2 (2001): 90-93.