Häufige Symptome

Viele Frauen reagieren in der Schwangerschaft auf bestimmte Gerüche, Speisen oder andere äußere Reize mit Übelkeit. Wenn möglich, solltest du diese Auslöser meiden.

Einordnung

„Normale“ Übelkeit vs. Schwangerschaftsübelkeit

Übelkeit in der Schwangerschaft wird oft auch Morgenübelkeit genannt. Doch dieser Begriff führt in die Irre, denn bei vielen Frauen halten das Unwohlsein und der Brechreiz den ganzen Tag an. Wie lange die Beschwerden andauern und wie stark sie ausgeprägt sind, ist von Frau zu Frau verschieden. Sie reichen von einem flauen Gefühl im Magen am Morgen bis hin zu starker Übelkeit und häufigem Erbrechen mehrmals am Tag.

Viele Frauen reagieren während der Schwangerschaft empfindlich auf bestimmte Reize. Zu solchen Reizen, welche die Übelkeit verstärken können, zählen unter Anderem: 

  • Gerüche
  • Hitze und Feuchtigkeit
  • Lärm
  • Visuelle Reize (z.B. Flackern von Licht)
  • Schneller Positionswechsel oder ruckartige Bewegungen (z.B. Autofahren)

Bei bis zu 95 % der Betroffenen halten die Symptome weit über den Morgen hinaus an.

  • In der Regel erreichen sie um die 10. Schwangerschaftswoche ihren Höhepunkt.
  • Im Allgemeinen halten Übelkeit und Erbrechen während der Schwangerschaft für 6 bis 8 Wochen an. Bei 90 % der Frauen verschwinden die Symptome in den Wochen 14 bis 16 der Schwangerschaft.
  • Bei 10 % der Frauen bestehen die Symptome jedoch während der gesamten Schwangerschaft.

 Verteilung der Schwangerschaftsübelkeit nach Schwangerschaftswoche
NVP: Nausea and Vomiting of Pregnancy (Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft) nach Vellacott et al, 1988, Int Fed Gyn&Ob 27:57-62

Emesis vs. Hyperemesis gravidarum

Der Unterschied zwischen Emesis (griechisch für Erbrechen; gemeint sind in der Regel Übelkeit und Erbrechen) und Hyperemesis (schweres Erbrechen) gravidarum liegt in der Schwere und den Folgen: Die Emesis ist ein ungefährliches Erbrechen in der Schwangerschaft, während Hyperemesis eine schwere, krankhafte Form mit anhaltendem Erbrechen ist, die zu Gewichtsverlust, Dehydratation und Stoffwechselstörungen führt und eine medizinische Behandlung erfordert. Diese Entscheidung sollte unbedingt von einem Arzt getroffen werden.

Emesis

Emesis gravidarum, Schwangerschaftsübelkeit

Häufig vorkommende Übelkeit und vermehrtes Erbrechen in der (Früh-) schwangerschaft, oft  morgens oder zu bestimmten Tageszeiten auftretend. Sie ist unangenehm und kann die Schwangere deutlich in ihrem Alltag einschränken, führt aber nicht zu Gewichtsverlust oder Dehydratation.

Hyperemesis

Die Hyperemesis gravidarum ist eine schwere, anhaltende Form der Schwangerschaftsübelkeit, die medizinische Intervention benötigt.

Sie äußert sich durch häufiges Erbrechen (mehr als 5 Mal täglich), deutlichem  Gewichtsverlust (mehr als 5 % des Ausgangsgewichts), Dehydratation (trockene Zunge, Durst, wenig Urin) und Stoffwechselstörungen (z. B. Ketonkörper im Urin, erkennbar durch essigartigen Geruch).

Die Hyperemesis erfordert die Diagnose durch einen Arzt und benötigt oft eine intravenöse Flüssigkeitszufuhr.

Hyperemesis gravidarum

Wann solltest du den Arzt aufsuchen?

Du solltest einen Arzt aufsuchen, wenn die bisherigen Mittel für dich nicht ausreichen und du dich unsicher fühlst. Folgende Symptome sprechen für einen Arztbesuch:

  • Du erbrichst über zwei Tage und mehr als fünf Mal am Tag
  • Du verlierst an Gewicht verlieren; ca. 5% Gewichtsverlust sind relevant
  • Du verlierst mehr Flüssigkeit, als du aufnehmen kannst.

Hyperemesis gravidarum kann sogar einen Aufenthalt im Krankenhaus notwendig machen. Durch das ständige Erbrechen sind betroffene Frauen nicht ausreichend mit Flüssigkeit und Nährstoffen versorgt und sowohl Mutter als auch Kind laufen Gefahr, Schaden zu nehmen. Um das zu vermeiden, können Infusionen den Nährstoff- und Flüssigkeitsverlust ausgleichen. Außerdem kann die Einnahme bestimmter Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen unter ärztlicher Kontrolle notwendig sein.

Lass es nicht so weit kommen und sprich rechtzeitig mit Deinem Arzt/Deiner Ärztin über Deine Beschwerden.

Auch bei leichteren Symptomen kann es sinnvoll sein, frühzeitig mit Deinem Arzt/Deiner Ärztin zu sprechen, um eine individuelle Beratung und Lösung zu finden.

Quellen
  • Koot, M. H., et al. "Variation in hyperemesis gravidarum definition and outcome reporting in randomised clinical trials: a systematic review." BJOG: An International Journal of Obstetrics & Gynaecology 125.12 (2018): 1514-1521.
  • Lowe, Sandra A., and Kate E. Steinweg. "Management of hyperemesis gravidarum and nausea and vomiting in pregnancy." Emergency Medicine Australasia 34.1 (2022): 9-15.