Morgenübelkeit bezeichnet die oft – aber nicht ausschließlich – morgens auftretende Übelkeit bei Schwangeren. Es handelt sich hierbei nicht um einen Fachbegriff und kann missverständlich sein.

Der Begriff „Morgenübelkeit“ ist missverständlich, weil er Zeit, Dauer und vor allem die Schwere der Beschwerden verzerrt darstellt.
Es ist daher empfehlenswert, präzisere Begriffe wie Schwangerschaftsübelkeit oder Schwangerschaftserbrechen zu verwenden, um das Ausmaß und die mögliche Schwere (bis hin zu Hyperemesis gravidarum) besser abzubilden.
In populärmedizinischen Texten und Ratgebern wird „Morgenübelkeit“ seit Jahrzehnten als gängige Bezeichnung für die in der Frühschwangerschaft häufige Übelkeit verwendet, vor allem weil viele Betroffene die Beschwerden morgens nüchtern besonders stark wahrnehmen.
Medizinische Fachquellen stellen heute explizit klar, dass es sich dabei um Schwangerschaftsübelkeit bzw. Schwangerschaftserbrechen handelt und die Symptome zu jeder Tageszeit auftreten können, weshalb der Ausdruck „Morgenübelkeit“ zunehmend als ungenau oder verharmlosend kritisiert wird.
Viele Schwangere berichten, dass die Übelkeit morgens nach dem Aufstehen besonders ausgeprägt ist; dafür werden u. a. niedriger Blutzucker, langer Nüchternzeitraum und veränderte Hormonspiegel verantwortlich gemacht.
Übelkeit und ggf. Erbrechen können aber ebenso tagsüber, abends oder sogar nachts bestehen oder ganztägig anhalten, weshalb der Begriff „Morgenübelkeit“ den Verlauf nur unzureichend beschreibt.
Der Blutzuckerspiegel spielt eine wichtige Rolle bei Morgenübelkeit. Durch das Fasten über Nacht ist morgens der Blutzuckerspiegel niedrig (Hypoglykämie). Insbesondere während der Schwangerschaft kann dies Übelkeit und Schwindel verursachen. Auch Schwankungen oder sogar hohe Blutzuckerwerte (Hyperglykämie), wie sie bei Diabetes vorkommen, können Übelkeit auslösen.
Dagegen kann es helfen, einen kleinen Snack wie Cracker oder Zwieback direkt auf dem Nachttisch zu haben und nach dem Aufwachen zu essen. Dadurch wird der Blutzucker angehoben, bevor man aufsteht.
Über den Tag hinweg können kleine, regelmäßige Mahlzeiten helfen, die Übelkeit zu lindern, indem der Blutzucker konstant gehalten wird. Statt weniger großer Mahlzeiten sollten also lieber über den Tag verteilt mehrere kleine Portionen gegessen werden, um Blutzuckerspitzen und -abfälle zu vermeiden.
Außerdem sind eher neutrale Lebensmittel wie Zwieback, Bananen, Nüsse oder Reis oft besser verträglich als scharfe oder sehr süße Speisen. Ferner ist es wichtig, ausreichend zu trinken: Wasser oder verdünnte Säfte helfen bei Dehydrierung, welche die Übelkeit verschlimmern kann.