Zweites Trimester

Im 2. Trimester lässt die Übelkeit meist nach. Hormonspiegel stabilisieren sich, der Körper ist angepasst – viele Schwangere erleben nun mehr Energie und Wohlbefinden.

2. Trimester - die angenehmste Phase

Das zweite Trimester gilt für viele Frauen als die angenehmste Phase der Schwangerschaft. In dieser Zeit lassen typische Beschwerden des ersten Trimesters häufig nach – dazu zählt auch die Übelkeit. Bei den meisten Schwangeren bessern sich die Symptome zwischen der 12. und 18. Schwangerschaftswoche deutlich oder verschwinden ganz.

Der Grund dafür liegt vor allem in der hormonellen Stabilisierung. Die rasanten Anstiege von hCG und anderen Botenstoffen verlangsamen sich, und der Körper hat sich zunehmend an die Schwangerschaft angepasst. Auch das Gehirn reagiert weniger empfindlich auf Signale, die zuvor Übelkeit ausgelöst haben.

Dennoch erleben einige Frauen auch im zweiten Trimester weiterhin Übelkeit oder ein gelegentliches Unwohlsein. Diese Beschwerden sind meist milder als zu Beginn der Schwangerschaft und können beispielsweise durch Müdigkeit, einen empfindlichen Magen oder bestimmte Gerüche verstärkt werden. In seltenen Fällen hält starke Übelkeit länger an und sollte ärztlich abgeklärt werden.

Insgesamt steht das zweite Trimester für eine Phase des Gleichgewichts: Der Bauch wächst sichtbar, die Energie kehrt oft zurück, und viele Schwangere können ihre Schwangerschaft nun deutlich aktiver und bewusster erleben – meist mit deutlich weniger Übelkeit als zuvor.

Schon gewusst?

Im 2. Trimester übernimmt die Plazenta vollständig die Hormonproduktion. Diese Umstellung entlastet den Körper – ein Grund, warum Übelkeit jetzt meist deutlich nachlässt.

Warum die Übelkeit im 2. Trimester oft nachlässt

Mit dem Übergang ins zweite Trimester stellt sich der Körper auf eine neue Phase der Schwangerschaft ein. Ein zentraler Grund dafür, dass Übelkeit jetzt bei vielen Frauen deutlich schwächer wird oder ganz verschwindet, ist die veränderte Hormonsteuerung.

In den ersten Wochen der Schwangerschaft wird das Hormon hCG vor allem vom Embryo gebildet. Dieses Hormon steigt sehr schnell an und steht in engem Zusammenhang mit Übelkeit. Ab dem zweiten Trimester übernimmt die Plazenta zunehmend die Kontrolle über die Hormonproduktion. Die Hormonspiegel steigen nun langsamer an und bleiben stabiler.

Diese hormonelle Beruhigung hilft dem Körper, ein neues Gleichgewicht zu finden. Auch das Gehirn reagiert weniger empfindlich auf Signale, die zuvor Übelkeit ausgelöst haben. Gleichzeitig hat sich der Stoffwechsel an die Schwangerschaft angepasst, und viele Frauen berichten über mehr Energie und ein besseres allgemeines Wohlbefinden.

Das zweite Trimester wird deshalb oft als „ruhige Phase“ der Schwangerschaft beschrieben. Zwar können leichte Beschwerden weiterhin auftreten, doch die intensive Übelkeit der frühen Wochen gehört für die meisten Schwangeren nun der Vergangenheit an.

Quellen
  • Bernhard Uhl. Gynäkologie und Geburtshilfe compact - Alles für Station, Praxis und Facharztprüfung. 7. Auflage, Thieme 2023
  • Heitmann, Kristine, et al. "Treatment of nausea in pregnancy: a cross-sectional multinational web-based study of pregnant women and new mothers." BMC pregnancy and childbirth 15.1 (2015): 321.