Ursachen & Auslöser

Schwangerschaftsübelkeit wird vor allem durch hormonelle Veränderungen ausgelöst. Der Botenstoff GDF15 spielt dabei eine zentrale Rolle, später auch Druck auf Magen und Verdauung.

Was ist die Ursache?

Die Ursache der Schwangerschaftsübelkeit liegt vor allem in den hormonellen Veränderungen des Körpers. In der Frühschwangerschaft steigen die Spiegel des Schwangerschaftshormons hCG (humanes Choriongonadotropin) und dem Botenstoff GDF15 (Growth Differentiation Factor 15 / Wachstumsdifferenzierungsfaktor 15) stark an. Diese Hormone wirken direkt auf bestimmte Bereiche im Gehirn, die Übelkeit, Appetit und Erbrechen steuern. Der Organismus muss sich zunächst an diese neuen Signale anpassen, was die grundlegende Entstehung der Übelkeit erklärt.

Was sind die Auslöser?

Als Auslöser wirken dagegen äußere und körperliche Faktoren, die die vorhandene hormonelle Empfindlichkeit verstärken. Dazu zählen Gerüche, bestimmte Lebensmittel, ein leerer oder übervoller Magen, niedriger Blutzucker, Müdigkeit oder Stress. In späteren Schwangerschaftsphasen können auch mechanische Faktoren hinzukommen, etwa der Druck der wachsenden Gebärmutter auf Magen und Verdauungsorgane. Diese Auslöser verursachen die Übelkeit nicht selbst, können sie aber deutlich verstärken oder erneut hervorrufen.

Mögliche Trigger vermeiden

Was hilft, typische Auslöser von Schwangerschaftsübelkeit zu vermeiden?

  • Regelmäßig essen: Kleine, häufige Mahlzeiten helfen, einen leeren Magen und starke Blutzuckerschwankungen zu vermeiden.
  • Extreme vermeiden: Stark gewürzte und sehr süße Speisen können die Übelkeit verstärken und sollten möglichst vermieden werden.
  • Ausgewogen essen: Eine protein- und kohlenhydratreiche, aber fett- und säurearme Ernährung wird oft besser vertragen.
  • Starke Gerüche meiden: Intensive Koch-, Parfum- oder Reinigungsgerüche können Übelkeit auslösen.
  • Individuelle Trigger erkennen: Bestimmte Lebensmittel oder Geschmäcker bewusst meiden, wenn sie Unwohlsein verursachen.
  • Magen nicht überlasten: Sehr große oder schwer verdauliche Mahlzeiten können Übelkeit verstärken.
  • Ausreichend trinken: Am besten in kleinen Schlucken über den Tag verteilt.
  • Ruhepausen einplanen: Müdigkeit und Überforderung können Übelkeit verstärken.
  • Stress reduzieren: Emotionale Belastung kann körperliche Symptome intensivieren.
  • Aufrechte Haltung nach dem Essen: Unterstützt die Verdauung und kann Sodbrennen vorbeugen.
  • Frische Luft nutzen: Regelmäßiges Lüften oder kurze Spaziergänge können hilfreich sein.

Diese Maßnahmen können hormonelle Ursachen nicht beeinflussen, helfen aber vielen Schwangeren, typische Auslöser zu reduzieren und den Alltag angenehmer zu gestalten.

Andere Erkrankungen

Ist es wirklich Schwangerschaftsübelkeit?

Wenn Übelkeit in der Schwangerschaft auftritt, ist sie zwar meist hormonell bedingt, dennoch gibt es andere Erkrankungen, die ausgeschlossen werden sollten, bevor man von einer typischen Schwangerschaftsübelkeit ausgeht.

Dazu zählen vor allem Magen-Darm-Infekte, die meist plötzlich beginnen und häufig mit Durchfall, Fieber oder Bauchschmerzen einhergehen. Auch Lebensmittelvergiftungen oder -unverträglichkeiten können Übelkeit verursachen, oft in zeitlichem Zusammenhang mit einer Mahlzeit.

Ebenfalls in Betracht gezogen werden sollten Magenerkrankungen wie Reflux oder eine Magenschleimhautentzündung, insbesondere wenn Sodbrennen oder brennende Schmerzen im Oberbauch im Vordergrund stehen. Harnwegsinfekte können in der Schwangerschaft ebenfalls Übelkeit auslösen und gehen häufig mit Beschwerden beim Wasserlassen oder Unterbauchschmerzen einher.

Seltener sind stoffwechselbedingte Ursachen, etwa Schilddrüsenerkrankungen, die zusätzlich Symptome wie Herzklopfen, Gewichtsveränderungen oder ausgeprägte Müdigkeit verursachen können. Abzugrenzen ist außerdem die Hyperemesis gravidarum, eine schwere Form der Schwangerschaftsübelkeit mit anhaltendem Erbrechen, Flüssigkeitsmangel und Gewichtsverlust, die medizinisch behandelt werden muss.

Eine ärztliche Abklärung ist besonders wichtig, wenn die Übelkeit ungewöhnlich stark ist, neu auftritt, sich deutlich verschlechtert oder von weiteren Symptomen begleitet wird.

Quelle
  • Scorza, Keith, et al. "Evaluation of nausea and vomiting." American family physician 76.1 (2007): 76-84.