Wann solltest du den Arzt aufsuchen?

Wenn Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft deinen Alltag erschweren, sprich mit deinem Arzt. Rechtzeitige Behandlung kann verhindern, dass Beschwerden schlimmer werden.

Symptome ernst nehmen

Schwanger zu sein ist kein Kranksein – doch die Übelkeit in der Schwangerschaft kann einen echten Krankheitswert haben und den Alltag erheblich belasten. Anhaltende Übelkeit kann den Alltag deutlich erschweren, und so werden einfache Tätigkeiten, Essen, Arbeiten oder soziale Aktivitäten für viele Frauen zur Belastung. Dazu kommt: Viele haben schon Kinder, die Aufmerksamkeit erfordern, oder möchten weiterhin ihrem Beruf nachgehen. 

Wichtig ist: Niemand muss diese Beschwerden einfach aushalten. Es gibt Möglichkeiten, diese krankhaften Symptome zu lindern oder zu behandeln. Eine frühzeitige Abklärung kann helfen, andere Ursachen auszuschließen und Wege zu finden, den Alltag wieder spürbar zu erleichtern.

Wann ärztliche Hilfe nötig ist

Wenn einfache Maßnahmen und Hausmittel keine spürbare Linderung bringen, ist es ratsam, frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen. Anhaltende oder zunehmende Übelkeit sollte nicht einfach hingenommen werden. Eine frühe Abklärung hilft, andere Ursachen auszuschließen und rechtzeitig Unterstützung zu erhalten – damit sich die Beschwerden nicht weiter verstärken und der Alltag besser bewältigt werden kann.

Krankschreibung in der Schwangerschaft

Bei starker Schwangerschaftsübelkeit ist eine Krankschreibung grundsätzlich möglich und medizinisch gerechtfertigt. Auch wenn die Schwangerschaft selbst keine Krankheit ist, kann Übelkeit einen Krankheitswert haben, wenn sie die Arbeitsfähigkeit deutlich einschränkt.

Wenn die Beschwerden so ausgeprägt sind, dass Konzentration, Leistungsfähigkeit oder ein normaler Arbeitsalltag nicht mehr möglich sind – etwa durch anhaltende Übelkeit, Erbrechen, Erschöpfung oder Schlafmangel –, kann die behandelnde Ärztin oder der Arzt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen. Das gilt insbesondere dann, wenn Hausmittel nicht helfen oder die Belastung am Arbeitsplatz die Symptome verstärkt.

Die Dauer einer Krankschreibung wird immer vom behandelnden Arzt festgelegt, abhängig von Schweregrad und den individuellen Bedingungen. Das Ziel sollte es aber immer sein, eine Schwangere so zu unterstützen und zu beraten, dass diese ihren Alltag bewältigen und ihre Schwangerschaft genießen kann. 

Quelle
  • Arbeitsunfähigkeits-Richtlinien (AU-RL) und § 5 SGB V